
Bei einem Stromausfall können auch Heizungssteuerung, Umwälzpumpe oder Fernwärmeübergabe ausfallen. Selbst eine Gas- oder Ölheizung arbeitet dann häufig nicht weiter. Entscheidend ist, vorhandene Wärme zu halten und gefährliche improvisierte Heizversuche zu vermeiden.
Wärme im Haushalt halten
- Türen zu wenig genutzten Räumen schließen und den Aufenthalt auf einen geeigneten Raum konzentrieren.
- Fenster und Türen auf Zugluft prüfen, Rollläden nachts schließen und Vorhänge nutzen, ohne Heizquellen abzudecken.
- Mehrere Kleidungsschichten, Mütze, warme Socken und Decken verwenden.
- Kurzes Stoßlüften bleibt notwendig, wenn sich viele Personen in einem Raum aufhalten.
Wer zuerst Unterstützung braucht
Kleine Kinder, ältere Menschen, Pflegebedürftige und Personen mit bestimmten Erkrankungen kühlen schneller aus. Medikamente, Hilfsmittel und erreichbare Kontaktpersonen gehören deshalb in den Haushaltsplan. Sinkt die Raumtemperatur stark oder ist die gesundheitliche Versorgung gefährdet, müssen Angehörige, Pflegedienst, Kommune oder Rettungsdienst frühzeitig einbezogen werden.
Keine Verbrennungsgeräte im Wohnraum
Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos. Ein geöffnetes Fenster macht den Betrieb eines ungeeigneten Gerätes nicht sicher. Auch zugelassene Geräte dürfen nur exakt nach Herstellerangaben und mit den vorgeschriebenen Abständen betrieben werden.
Heizung technisch absichern
Wer eine Heizungsanlage über Notstrom betreiben möchte, muss Leistungsaufnahme, Anlaufstrom, elektrische Schutzmaßnahmen und Anschlussart vorab durch einen Fachbetrieb prüfen lassen. Eine Powerstation kann einzelne Steuerungen oder Pumpen betreiben, aber nicht automatisch eine komplette elektrische Heizung versorgen.
Winterpaket vorbereiten
- Warme Decken und Schlafsäcke griffbereit lagern
- Thermometer und sichere Akkuleuchten bereithalten
- Thermosflaschen und haltbare, ohne Kochen essbare Lebensmittel vorsehen
- Notfallkontakte sowie Transportmöglichkeit für hilfsbedürftige Personen planen
- Ladezustand von Powerbanks und geeigneter Ersatzstromtechnik regelmäßig prüfen
Die technische Auswahl gehört auf die Seite Notstromversorgung zu Hause. Für den persönlichen Ablauf hilft der Notfallplan für Haushalt und Familie.
Wie lange bleibt eine Wohnung ohne Heizung warm?
Eine allgemeine Stundenzahl gibt es nicht: Dämmung, Außentemperatur, Wind, Fensterflächen und die vorherige Raumtemperatur beeinflussen das Auskühlen stark. Ein einfaches Raumthermometer ist deshalb sinnvoller als eine pauschale Prognose. Notiere die Temperatur in regelmäßigen Abständen und prüfe besonders Schlafräume und Aufenthaltsräume von gefährdeten Personen.
So richtest du einen warmen Aufenthaltsbereich ein
Wähle einen möglichst gut gedämmten Raum, in dem alle Haushaltsmitglieder Platz finden. Zugluft an geschlossenen Türen lässt sich mit einer zusammengerollten Decke verringern; Lüftungsöffnungen dürfen nicht verschlossen werden. Trage trockene Kleidung in Schichten. Zusätzliche Decken, Schlafsäcke und Isomatten helfen vor allem gegen Wärmeverlust beim Sitzen oder Schlafen. Feuchte Kleidung möglichst rasch wechseln.
Vermeide übermäßige körperliche Anstrengung, wenn dadurch Kleidung durchnässt wird. Warme Getränke aus einer vorhandenen Thermosflasche können angenehm sein, ersetzen aber weder geeignete Kleidung noch einen sicheren Aufenthaltsort.
Wann ist der Aufenthalt nicht mehr sinnvoll?
Bei Zittern, ungewöhnlicher Müdigkeit, Verwirrtheit oder deutlicher Unterkühlung sind rasch Wärme und gegebenenfalls medizinische Hilfe nötig. Für Menschen mit hohem Pflegebedarf muss frühzeitig geprüft werden, ob eine andere Unterkunft mit sicherer Versorgung erreichbar ist. Kläre mit Kommune, Angehörigen oder dem zuständigen Pflegedienst die Möglichkeiten; verlasse dich nicht auf eine improvisierte Heizung.
Häufige Fehler bei Ersatzwärme
Ein Holzkohlegrill, Campingkocher oder Generator im Wohnraum ist keine Heizung. Auch geöffnete Fenster verhindern eine Kohlenmonoxidvergiftung nicht zuverlässig. Offene Feuerstellen und provisorische Abgasleitungen sind ebenfalls gefährlich. Ein Kohlenmonoxidmelder ergänzt geeignete Sicherheitsmaßnahmen, macht aber ungeeignete Geräte nicht sicher. Für Haushalte mit Kindern oder Pflegebedürftigen gibt es einen eigenen Vorsorgeplan.
