
Ein Stromausfall belastet Haushalte sehr unterschiedlich. Kinder benötigen Orientierung, ältere Menschen möglicherweise Wärme und Unterstützung, Pflegebedürftige eventuell elektrische Hilfsmittel oder gekühlte Medikamente. Diese Anforderungen müssen vor einem Ausfall bekannt sein.
Persönlichen Bedarf aufschreiben
- Welche Geräte benötigen Strom und wie lange reicht deren Akku?
- Welche Medikamente müssen gekühlt werden?
- Wer kann kurzfristig helfen oder einen Transport übernehmen?
- Welche Telefonnummern funktionieren auch ohne gespeicherte Kontakte?
- Ist der Zugang ohne Aufzug möglich?
Medizinisch notwendige Technik
Für Beatmung, Sauerstoffversorgung, Pflegebett, Absauggerät oder andere notwendige Technik muss mit behandelnden Stellen, Versorgern und Pflegedienst ein individueller Ausfallplan bestehen. Eine gewöhnliche Powerstation ist nicht automatisch eine geeignete medizinische Notstromversorgung.
Kinder ruhig einbeziehen
Kinder sollten wissen, wo Taschenlampen liegen und warum Kühlschranktüren geschlossen bleiben. Eine vertraute Beschäftigung, Trinkwasser und eine feste Schlafmöglichkeit helfen mehr als dramatische Erklärungen. Offene Flammen und Brennstoffgeräte bleiben vollständig außerhalb ihrer Reichweite.
Ältere Menschen und Nachbarn
Alleinlebende Personen bemerken Warnmeldungen möglicherweise später oder können Treppen ohne Aufzug nicht bewältigen. Ein vorher vereinbarter Anruf oder kurzer Besuch schafft Klarheit. Hilfe darf jedoch nicht zu riskanten Transportversuchen oder Arbeiten an elektrischen Anlagen führen.
Ein kleiner persönlicher Vorsorgekasten
- Medikamentenplan und wichtige Kontaktdaten auf Papier
- Taschenlampe oder Stirnlampe mit einfacher Bedienung
- geladene Powerbank für Kommunikationsgeräte
- warme Kleidung, Decke, Trinkwasser und passende Nahrung
- Ersatzbatterien für zulässige Hilfsmittel
Die ausführliche Planung steht unter Vorsorge für Senioren und Pflegebedürftige sowie Notfallvorsorge für Familien mit Kindern.
Ein konkreter Notfallplan für den Haushalt
Notiere alle Geräte, deren Ausfall die Gesundheit oder Selbstständigkeit gefährden könnte. Dazu gehören gegebenenfalls elektrische Pflegehilfsmittel, Kommunikationsgeräte, Kühlung bestimmter Arzneimittel und technische Versorgungssysteme. Für jedes Gerät müssen verantwortliche Ansprechpartner und eine praktikable Alternative bekannt sein. Prüfe außerdem, ob Betreuungspersonen bei einem großflächigen Stromausfall selbst betroffen sein könnten.
Kinder auf einen Ausfall vorbereiten
Erkläre altersgerecht, dass bei einem Stromausfall Licht und Internet ausfallen können, ohne automatisch eine akute Gefahr zu bedeuten. Kleine Taschenlampen, vertraute Spiele und ein fester Aufenthaltsort helfen bei der Orientierung. Halte passende Nahrung, Trinkwasser, Medikamente und bei Bedarf Hygieneartikel bereit. Batterien, Kerzen und offene Flammen bleiben außerhalb der Reichweite von Kindern.
Ältere Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
Stelle sicher, dass Brille, Hörgerätebatterien, Gehhilfen, warme Kleidung und wichtige Medikamente erreichbar sind. Elektrische Treppenlifte und Aufzüge funktionieren möglicherweise nicht. Plane daher nicht mit einer selbstverständlichen Evakuierung über diese Wege. Vereinbare regelmäßige Kontaktversuche mit Angehörigen oder Nachbarn, ohne sich in Gefahr zu begeben.
Was gilt bei gekühlten Medikamenten?
Die zulässigen Lagertemperaturen unterscheiden sich je nach Präparat. Vorab sollten Apotheke oder behandelnde Praxis klären, wie lange das jeweilige Medikament bei einer Unterbrechung der Kühlung verwendet werden darf und welche Ersatzversorgung möglich ist. Medikamente nicht eigenmächtig einfrieren oder nach dem Ausfall ohne Prüfung weiterverwenden.
Wann Hilfe organisiert werden muss
Warte nicht auf einen kritischen Akkustand lebenswichtiger Geräte. Kontaktwege, Ersatzversorgung und gegebenenfalls Transport müssen vorher festgelegt sein. Besteht eine unmittelbare medizinische Gefahr, gilt der Notruf 112. Für längerfristige Versorgung ist der abgestimmte individuelle Plan mit medizinischen Fachpersonen maßgeblich.
Die ersten allgemeinen Maßnahmen findest du unter Stromausfall: erste Schritte. Für stromunabhängige Informationen hilft der Kommunikationsplan.
