Pflegebedarf, eingeschränkte Mobilität oder Orientierungsschwierigkeiten verändern jeden Notfallplan. Entscheidend ist, Unterstützungsbedarf nicht nur aufzuschreiben, sondern mit Angehörigen, Nachbarn und professionellen Diensten verbindlich abzustimmen.
Unterstützungsbedarf erfassen
- Welche Wege kann die Person selbstständig bewältigen?
- Wer hilft beim Verlassen des Gebäudes?
- Welche Medikamente, Verbrauchsmittel und Pflegeprodukte werden täglich benötigt?
- Welche Hilfsmittel benötigen Strom?
- Wie kann die Person transportiert werden?
- Welche Informationen müssen Einsatzkräfte kennen?
Stromabhängige Versorgung klären
Bei elektrisch betriebenen Pflegebetten, Atemhilfen, Absauggeräten oder anderen medizinischen Geräten ist eine individuelle Lösung erforderlich. Besprich mit Arzt, Versorger und Pflegedienst, welche Überbrückung möglich ist und wann professionelle Hilfe gerufen werden muss. Improvisierte Stromlösungen dürfen keine zusätzliche Brand- oder Abgasgefahr erzeugen.
Informationen sichtbar bereithalten
Eine kurze Übersicht kann Diagnosen, Allergien, Medikamente, Dosierung, behandelnde Stellen, Hilfsmittel und Kontaktpersonen enthalten. Sie gehört geschützt, aber schnell erreichbar in die Notfallmappe. Ein aktueller Medikationsplan ist hilfreicher als lose Packungen ohne Übersicht.
Evakuierung realistisch planen
Prüfe Treppen, enge Türen, Aufzüge und mögliche Barrieren. Aufzüge dürfen bei Brand oder Stromausfall nicht vorausgesetzt werden. Lege fest, welche Person hilft und welches Hilfsmittel mitgeführt werden muss. Bei komplexem Unterstützungsbedarf sollte der Ablauf mit Pflege- oder Rettungsfachkräften besprochen werden.
Nachbarschaft und Dienste einbinden
Eine telefonische Liste allein reicht nicht. Klärt, wer tatsächlich vor Ort nachsehen kann, wer einen Schlüssel besitzt und welche Grenzen private Hilfe hat. Änderungen bei Pflegedienst, Medikation oder Mobilität werden sofort im Plan aktualisiert.
Weiterführende Seiten
Zum vollständigen Notfallplan für Zuhause
Grundlage: BBK-Ratgeber und Checklisten zur Notfallvorsorge. Medizinische Entscheidungen immer mit den behandelnden Fachstellen abstimmen.
